Projektchor Roma Songs

Zum Menschenrechtstag am 10.Dezember 2023

Leitung: Martin Lugenbiehl


Das Bild ist von Ceija Stojka

 

Wir suchen MitsängerInnen für den Projektchor. InteressentInnen bitte melden bei info@stimmeundchor.de oder +41 (0)52 222 72 63 

Die drei Probewochenenden: Frühjahr 2022: 26.03. – 27.03.22, Winterthur, Herbst 2022: 05.11.-06.11.22, Frühjahr 2023: 13.05.-14.05.23

Konzerte, Orte und Termine Winterthur, Bern, Zürich, St.Gallen,  27.-29. Oktober 2023 und 08.-10. Dezember 2023

Projekt «Roma Songs» mit Projektchor und Ensemble («Sebass») mit Konzerten Ende 2023 zum Menschenrechtstag. Gesamtleitung: Martin Lugenbiehl, Ensembleleitung: Nehrun Aliev.

Gesungen werden 1. Lieder in Erinnerung an den Völkermord an Roma und Sinti in Europa durch die Nazis. Und eine Auftragskomposition von Roger Moreno-Rathgeb in Erinnerung an die «Kinder der Landstrasse». Er ist ein Sinto in Zürich geboren (Komponist des «Auschwitz Requiem» https://www.youtube.com/results?search_query=roger+moreno+rathgeb+auschwitz+requiem) . Damals wurden 600 Kinder in der Schweiz bis 1973 ihren Eltern weggenommen mit dem Ziel, die Identität der die Jenischen und Sinti zu zerstören. Von Stefan Eicher singen wir das Lied «Weiss nid was es isch» (Chorfassung: https://www.youtube.com/watch?v=i8PWj5tuvCs). Weitere Lieder erinnern an Völkermorde an den Armeniern und den Juden. (https://www.youtube.com/watch?v=HSz4bPIuSHY2. Europäische Volks-und Tanzlieder von Roma und zwei Lieder von Brahms und Schumann. Es werden noch Sängerinnen und Sänger für den Projektchor gesucht. 


Der Projektchor

Der Chor gründete sich mit dem ersten Probenwochende Ende März 26./27.03.2022. Es singen erfahrene Sängerinnen und Sänger aus der Schweiz und einige wenige aus Deutschland. Am ersten Probewochenende waren 30 SängerInnen dabei. Wir suchen noch dringend Männerstimmen!

 



Das Projektensemble – Sebass

Wir freuen uns, dass die Weltmusikgruppe Sebass die Instrumentalbegleitung übernimmt. Zwei aus der Band haben Roma Wurzeln. Die Ensemble-Leitung für das Projekt hat Nehrun Aliev übernommen. Die Bandmitspieler fürs Projekt sind: Akkordeon, Vocals: Seraphim von Werra, Klarinette, Akkordeon: Nehrun Aliev, Gitarre: Hüseyin Amedov, Bass: Sebastian Zehnder, Perkussion: Adrian Böckli

Musikalische und Gesamtleitung des Projekts: Martin Lugenbiehl

Martin Lugenbiehl

Er startete als Chorleiter 1991 mit der Gründung des “Internationalen Buchtstraßenchor Bremen”. 2007 wechselte der der Liebe wegen in die Schweiz. Er leitete “Jazz Vokal Winterthur”, “De Colores” und weitere Chöre. 2013 gründete er den «Giesserei Chor», seit 2018 leitet er den Rock- und Gospelchor «Rainbow Chor» aus Bassersdorf. Bisherige grössere Projekte: „Armenisches Oratorium“ von K. Avedissian, Projekt «Romania Cantat», mit dem Rainbow Chor das «Gershwin Konzert»  und  «Genesis & Supertramp». Er leitet seit 25 Jahren die Chorwoche in Salecina / Maloja und seit 15 Jahren die Silvesterwoche im Lindenbühl / Trogen. In Chorworkshops verbindet er die Lust am Singen mit stimmbildnerischer Schulung, Klangfindung als Chor und einer Erweiterung des Repertoires (Klassik, Folk, Jazz).

Probenwochenende Ende März 2022 in Winterthur.


vorläufiges Konzertprogramm:

Gegen Vertreibung, Diskriminierung und Völkermord

Konzert 1. Teil: 

Lieder der europäischen Roma und Sinti

  • • «Ausvicate hi kher baro»
  • • «Dzas Cali Famlija»
  • • «Djelem Djelem» (Hymne der Roma)
  • • «Pasija pre tschjar tumano»

Lieder der  von weiteren Völkermorden Betroffenen

  • • «Zuversicht» Lied aus dem armenischen Oratorium in Gedenken an den Völkermord an den Armeniern in der Türkei Anfangs des 20.Jh.
  • • «Mach zu di ejgelech» in Erinnerung an dem Völkermord an den Juden durch die Nazis bis 1945 in Europa

Das Leben als Fest: Für Toleranz & Lebensfreude

Konzert 2. Teil

Lieder der verklärenden Romantik

  • • «Zigeunerlieder Nr. 1 Hej Zigeuner» von Johannes Brahms
  • • «Zigeunerleben≤» von Robert Schumann

Hochzeit und Tanzlieder der europäischen Roma und Sinti

  • «Aj Dewlale, Koj Odi»
  • «Loli phabay / Ando verdan / Hop, hop, hop»
  • «Amarizi Amari / Keren Schworale,  Drom»
  • «Anta, Romni, Muri Roja»
  • «La Romnjasa me te lav»
  • «Ederlezi»
  • «Ani Vodka» 
  • «Romano habe»
  • «Nane Cocha»

Wie kam es zu dem Projekt «Roma Songs»?

Als Musiker fasziniert mich schon seit meiner Jugend die Musik der Roma und Sinti. Musik, welche die Herzen der Menschen erreicht. Ihre lebendigen Lieder von Leben und Leid und ihre virtuose Instrumentalmusik lassen den Puls den Lebens spüren. Überall in Europa wird diese Musik gespielt bei Festen & Hochzeiten. «Zigeuner-Jazz» mit seinen Protagonisten Stéphane Grappelli und Django Rheinhard mit seiner speziellen Rhythmik begeistert heute noch rund um den Globus. Die Roma und Sinti und ihre Musik haben auch Komponisten der Kunstmusik inspiriert. (Haydn, Pugni, Bizet, Verdi, Giovanni Battista Viotti, Sarasate, Ravel, Brahms, Rachmaninow, Liszt). In der Romantik diente das «Zigeuner-Sujet» eher verklärend als Projektionsfläche. Heute haben Roma und Sinti MusikerInnen ihren festen Platz im Musikleben in Europa. 

Als politisch beobachtender Mensch interessierte mich, warum Menschen andere Menschen und Gruppen diskriminieren und quälen. Und gar vor der systematischen Ermordung nicht Halt machen. In Deutschland aufgewachsen suche ich noch immer Antworten auf die Frage: Wie konnten die Nazis an die Macht kommen? Wie konnten Vorurteile sich zuspitzen zu einer Ideologie und Praxis der des Rassenwahns und Völkermorden an den Juden, den „Zigeunern“, Schwulen, Behinderten mit Millionen von Toten? Meine Hoffnung: Mit solchen Projekten einen kleinen Beitrag leisten für eine für Alle lebenswerte Welt. Gerne möchten wir durch gemeinsames Musizieren Vorurteile abbauen, damit sich solches nie mehr wiederholt.

Über weitere Unterstützung, Kontakte und Tipps freut sich das Projekt. Wir suchen Kontakte zu Roma und Sinti, zu Sänger-und Sängerinnen, Probeorte, Pressekontakte, Konzertorte und Sponsoren und Unterstützer für die Finanzierung. Martin Lugenbiehl